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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 93a. Gesonderte Vermögensfeststellung bei Gemeinschaften




(1) Umfaßt das gemeinschaftliche Vermögen einer Gemeinschaft
oder Gesellschaft nicht nur Grundbesitz und/oder Betriebsvermögen,
so werden der Wert des gesamten Vermögens (Grundbesitz,
Betriebsvermögen und sonstiges Vermögen) sowie der Wert der
Schulden und sonstige Abzüge (§ 118 BewG) gesondert festgestellt
(§ 180 Abs. 1 Nr. 3 AO) und den Beteiligten zugerechnet. Die
gesonderte Vermögensfeststellung unterbleibt, wenn sie für die
Besteuerung ohne Bedeutung ist oder es sich um Fälle von
geringerer Bedeutung handelt (§ 180 Abs. 3 AO).

(2) Bei der gesonderten Feststellung ist so zu verfahren, als
ob die Gemeinschaft eine natürliche Person wäre. Dabei gilt
folgendes:
1. Für Grundbesitz und Betriebsvermögen sind die Feststellungen über Wert, Art und Zurechnung zu übernehmen, die bei der Feststellung des Einheitswerts getroffen wurden. Die Verteilung des Einheitswerts für Zwecke der Vermögensteuer kann mit der gesonderten Vermögensfeststellung verbunden werden. Bei geschlossenen Immobilienfonds kann der Grundbesitz der Gesamtheit der Inhaber der Anteile zugerechnet werden; über den Wert des Grundbesitzes, der auf den einzelnen Anteil (entfällt), wird dann erst bei der gesonderten Vermögenfeststellung nach Absatz 1 entschieden.
2. Beim sonstigen Vermögen im Sinne der §§ 110 und 111 BewG ist für jede der in § 110 Abs. 1 BewG aufgeführten Gruppen von Wirtschaftsgütern der Wert festzustellen und aufzuteilen. Dabei sind auch Forderungen der Gemeinschaft gegenüber einem Beteiligten anzusetzen.
3. Schulden und sonstige Abzüge im Sinne des § 118 BewG, auch soweit es sich um Schulden der Gemeinschaft gegenüber einem Beteiligten handelt, sind festzustellen und aufzuteilen.
4. Außerdem festzustellen und aufzuteilen ist Auslandsvermögen im Sinne des § 11 VStG und die danach anrechenbare ausländische Vermögensteuer.

(3) Bei der gesonderten Feststellung wird auch über die
sachliche Steuerfreiheit einzelner Wirtschaftsgüter entschieden.
Dasselbe gilt auch für Wirtschaftsgüter, die bei der Ermittlung
des Gesamtvermögens eines Steuerpflichtigen außer Ansatz bleiben.
Über die Anwendung von Freibeträgen, Freigrenzen und sonstigen
Vergünstigungen, die von der Person eines Beteiligten abhängen,
wird erst bei dessen Veranlagung entschieden.

(4) Der Bescheid über die gesonderte Vermögensfeststellung ist
als Grundlagenbescheid (§ 171 Abs. 10 AO) selbständig anfechtbar
und für die Vermögensteuer-Veranlagung der Beteiligten bindend.
(§ 182 Abs. 1 AO).

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