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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 83. Ermittlung des gemeinen Werts der Anteile bei Beteiligungs- besitz und in den Fällen der Organschaft




(1) Erfüllt eine Obergesellschaft die Voraussetzungen des
Abschnitts 81 Abs. 1 oder 1 a, so wird der gemeine Wert nach den
Anweisungen des Abschnitts 81 Abs. 1 ermittelt. Wenn diese
Voraussetzungen nicht vorliegen, sind anzuwenden
1. Abschnitt 81 Abs. 1 Sätze 1 und 2 für den Teil des Gesellschaftsvermögens, der aus Beteiligungen von mehr als 50 v.H. besteht. Bei der Ermittlung dieses Teils des Gesellschaftsvermögens sind Schulden, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Beteiligten stehen, abzuziehen;
2. Abschnitte 77 bis 79 für den Teil des Gesellschaftsvermögens, der aus dem übrigen Betriebsvermögen besteht. Dabei sind nur die Ertragsaussichten zu berücksichtigen, die auf dieses Betriebsvermögen entfallen. Die Erträge der unter Nummer 1 fallenden Beteiligungen sowie die Zinsen für Schulden, die mit diesen Beteiligungen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, sind daher auszusondern.
Für jeden Teil des Gesellschaftsvermögens ist ein Zwischenwert zu
ermitteln. Dabei ist auf das Nennkapital der Obergesellschaft
abzustellen. Die Summe der Zwischenwerte ergibt den gemeinen Wert
der Anteile an der Obergesellschaft.
Beispiel:
Die Obergesellschaft A-GmbH hat ein Stammkapital von 6 Mio. DM.
Das Vermögen der Gesellschaft vor Abzug des Abschlags von
15 v.H. (Abschnitt 77 Abs. 5) setzt sich zusammen aus:
Beteiligung in Höhe von 51 v.H.
an der Untergesellschaft B
(gemeiner Wert) 3.000.000 DM
Beteiligung in Höhe von 100 v.H.
an der Untergesellschaft C
(gemeiner Wert) 2.000.000 DM
übriges Betriebsvermögen 10.000.000 DM
-------------
Gesellschaftsvermögen insgesamt 15.000.000 DM
Die Gesellschaft hat folgenden durchschnittlichen Jahresertrag:
ausgeschüttete Dividende zuzüglich
Steuergutschrift der Untergesellschaft B 180.000 DM
abgeführter Betriebsgewinn der
Untergesellschaft C 120.000 DM
Jahresertrag des übrigen Betriebsvermögens 800.000 DM
------------
Jahresertrag insgesamt 1.100.000 DM
Zwischenwert nach Absatz 1 Nr. 1:
5.000.000 DM= 83,33 v.H.
------------
6.000.000 DM
Zwischenwert nach Absatz 1 Nr. 2:
Vermögen 10.000.000 DM
Abschlag 1.500.000 DM
-------------
verbleiben 8.500.000 DM
Vermögens-
wert 8.500.000 DM 141,66 v.H.
------------
6.000.000 DM
Jahresertrag 800.000 DM
abzüglich
30 v.H. von 800.000 DM % 240.000 DM
--------------
verbleibender Ertrag 560.000 DM
Ertrags-
hundersatz 560.000 DM 9,33 v.H.
------------
6.000.000 DM
Zwischenwert
70 x (141,66 v.H.+ 5 x 9,33 v.H.)= 70 x 188,31 v.H.= 131,82 v.H.
--- ---
100 100
Gemeiner Wert der Anteile: 83,33 v.H. + 131,82 v.H.= 215,15 v.H.
abgerundet 215 v.H.
Zur Ermittlung des gemeinen Werts für Aktien und Anteile ohne
Einfluß auf die Geschäftsführung der Gesellschaft, d.h. für Aktien
und Anteile im Sinne des Abschnitts 80, ist der sich nach Sätzen 1
bis 5 ergebende Wert um 15 v.H. zu kürzen. Auf Antrag ist der
gemeine Wert dieser Aktien und Anteile nach Abschnitt 80 Abs. 2 zu
ermitteln.

(2) Absatz 1 gilt unabhängig davon, ob zwischen der
Obergesellschaft und der Untergesellschaft ein
Organschaftsverhältnis besteht.

(3) Ist die Untergesellschaft ein Organ, so ist bei der
Ermittlung des gemeinen Werts ihrer Anteile das Geschäftsergebnis
als eigener Betriebsgewinn anzusehen und für den
Ertragshundertsatz maßgebend (BFH-Urteil vom 29.3.1963, BStBl III
S. 324). Die beim Organ zu berücksichtigenden Gewinne sind zu
korrigieren, wenn ihre Höhe wesentlich durch ungewöhnliche
Verhältnisse beeinflußt worden ist, die ohne
Gewinnabführungsverpflichtung keinen Bestand gehabt hätten
(BFH-Urteil vom 31.7.1985, BStBl II S. 653). Fiktive
Körperschaft- und Gewerbesteuer sind bei der Ermittlung des
Jahresertrags nicht abzuziehen (BFH-Urteil vom 2.10.1985, BStBl
1986 II S. 47). Wird jedoch die auf das Betriebsergebnis des
Organs entfallende Körperschaft- und Gewerbesteuer auf Grund einer
Umlagevereinbarung dem Organ in Rechnung gestellt, so mindern die
auf die nichtabziehbaren Ausgaben entfallende Körperschaftsteuer
und die Gewerbesteuer das Betriebsergebnis des Organs. Ist für
Aktien und Anteile an der Untergesellschaft, die sich im Besitz
anderer Gesellschafter befinden, eine Dividende in bestimmter Höhe
garantiert, so ist bei Ermittlung des Ertragshundertsatzes der
Durchschnittsertrag um die garantierte Bruttodividende
(Bardividende zuzüglich Steuergutschrift) zu kürzen. In diesen
Fällen ist Abschnitt 84 entsprechend anzuwenden.
Beispiel:
Nennkapital des Organs 15.000.000 DM
Beteiligung des Organträgers 7.600.000 DM =50,66 v.H.
garantierte Bruttodividende
10 v.H.von 7.400.000 DM =740.000 DM
durchschnittlicher verbleibender
Ertrag 1.500.000 DM
% Dividendengarantie 740.000 DM
------------
verbleiben 760.000 DM
Ertragshundertsatz 760.000 = 0,10 = 10 v.H.
---------
7.600.000

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