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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 80. Ermittlung des gemeinen Werts für Aktien und Anteile ohne Einfluß auf die Gesellschaftsführung




(1) Gewährt der Besitz von Aktien und Anteilen keinen Einfluß
auf die Geschäftsführung, so ist dies bei der Ermittlung des
gemeinen Werts dieser Aktien und Anteile zu berücksichtigen. Ob
diese Voraussetzung vorliegt, kann nur nach den Verhältnissen des
einzelnen Falls beurteilt werden. In der Regel kann dies
angenommen werden
1. bei einem Anteilsbesitz von weniger als 5 v.H. bei einer Aktiengesellschaft und von weniger als 10 v.H. bei einer GmbH in jedem Fall (BFH-Urteil vom 5.7.1968, BStBl II S. 734);
2. bei einem Anteilsbesitz zwischen 5 bzw. 10 v.H. und 25 v.H. des Nennkapitals, wenn ein anderer Gesellschafter eine Beteiligung von mehr als 50 v.H. hat. Ist ein Gesellschafter mit einem Anteilsbesitz von mehr als 50 v.H. nicht vorhanden, so kommt es darauf an, welche Einwirkungsmöglichkeiten der einzelne Gesellschafter auf die Geschäfte der Hauptversammlung bzw. Gesellschafterversammlung hat (BFH-Urteile vom 23.7.1976, BStBl II S. 706, und vom 6.10.1978, BStBl 1979 II S. 6).
Bei einem Anteilsbesitz von mehr als 25 v.H. des Nennkapitals ist
stets ein Einfluß auf die Geschäftsführung anzunehmen (BFH-Urteil
vom 2.10.1981, BStBl 1982 II S. 8). Wenn die Kapitalgesellschaft
eigene Anteile besitzt, ist der Anteilsbesitz des
Steuerpflichtigen an dem um die eigenen Anteile der
Kapitalgesellschaft verminderten Nennkapital zu messen (vgl. das
zur Ertragsbesteuerung ergangene BFH-Urteil vom 24.9.1970, BStBl
1971 II S. 89).

(2) Handelt es sich um Aktien oder Anteile, die keinen Einfluß
auf die Geschäftsführung gewähren, so sind sie abweichend von den
Anweisungen in den Abschnitten 77, 78 und 79 Abs. 1 bis 3 in der
Weise zu bewerten, daß das nach Abschnitt 77 ermittelte Vermögen
nicht um 15 v.H., sondern um 25 v.H. gekürzt wird. Bei der
Berechnung des Ertragshundertsatzes der in Satz 1 bezeichneten
Aktien und Anteile ist nicht von den nach Abzug des Abschlag nach
Abschnitt 78 Abs. 3 verbleibenden Erträgen, sondern von den
tatsächlich in den drei letzten Jahren vor dem Bewertungsstichtag
ausgeschütteten Dividenden zuzüglich der nach §§ 36 ff. EStG
anzurechnenden oder zu vergütenden Körperschaftsteuer auszugehen.
Ist der Ertragshundertsatz nach Abschnitt 78 Abs. 4 niedriger, so
ist dieser maßgebend. Der Abschlag wegen unverhältnismäßig
geringer Erträge (Abschnitt 79 Abs. 3) ist wie in den Fällen der
Normalbewertung zu berechnen. Um diesen Abschlag ist dann aber
der Wert zu kürzen, der sich nach den Sätzen 1 bis 3 ergibt.
Beispiel:
Stammkapital 400.000 DM
davon Anteile ohne Einfluß auf die
Geschäftsführung 20.000 DM
Korrigierter Einheitswert des
Betriebsvermögens 800.000 DM
Abschlag 25 v.H. % 200.000 DM
------------
verbleiben 600.000 DM
Vermögenswert 150 v.H.
Durchschnittsdividende der letzten 3 Jahre in v.H.
des Stammkapitals 3 v.H.
+ Steuergutschrift gem. § 36 Abs. 2 Nr. 3 EStG
von 9/16 (= 56,25 v.H.) der Dividende 1,68 v.H.
-----------
Ertragshundertsatz im Sinne des Satzes 2 4,68 v.H.
Gemeiner Wert vor Abschlag:
70 x (150 v.H. + 5x4,68 v.H.)= 70 x 173,4 v.H. = 121,38 v.H.
--- ---
100 100
Berechnung des Abschlags nach Abschnitt 79 Abs. 3 wegen
unverhältnismäßig geringer Erträge:
Korrigierter Einheitswert des
Betriebsvermögens 800.000 DM
Abschlag 15 v.H. % 120.000 DM
------------
verbleiben 680.000 DM
Vermögenswert bei Normalbewertung 170 v.H.
Ertragshundertsatz bei Normalbewertung 6 v.H.
das sind bezogen auf den
Vermögenswert bei Normalbewertung von 170 v.H. 3,53 v.H.
Abschlag nach Abschnitt 79 Abs. 3 6 v.H.
Gemeiner Wert nach Abschlag:
(100 v.H. - 6 v.H. =) 94 v.H. von 121,38 v.H. = 114,1 v.H.
abgerundet 114 v.H.

(3) Bei der Prüfung, ob ein Einfluß auf die Geschäftsführung
besteht, sind nur die Anteile des Gesellschafters, sondern auch
solche Anteile mit zu berücksichtigen, die ihm zwar nicht gehören,
ihm aber die Ausübung der Gesellschafterrechte ganz oder teilweise
ermöglichen. Wegen der Zusammenrechnung von Ehegattenanteilen
oder Anteilen der Eltern und ihrer Kinder bei der Prüfung der
Einflußmöglichkeit auf die Geschäftsführung vgl. Abschnitt 74
Abs. 4 Sätze 4 bis 8. Diese Anteile sind nach den gleichen
Grundsätzen wie die Anteile des Gesellschafters zu bewerten. Eine
atypische Unterbeteiligung an dem Stammkapital einer GmbH ist
nicht deshalb ohne Einfluß auf die Geschäftsführung der GmbH, weil
gegenüber der GmbH ausüben kann (BFH-Urteil vom 12.5.1978, BStBl II S. 520). Gleiches gilt, wenn an den Anteilen ein Nießbrauch besteht und der Nießbrauchsberechtigte die Stimmrechte ausüben kann.

(4) In den Fällen, in denen die in der Hand eines
Gesellschafters vereinigten Anteile Beteiligungscharakter
besitzen, haben sich die zu einem Paketzuschlag führenden
Gesichtspunkte bereits bei der Ermittlung des gemeinen Werts der
Anteile nach den Anweisungen in den Abschnitten 77 bis 79
ausgewirkt. Ein Paketzuschlag (vgl. Abschnitt 74 Abs. 4) kommt
nicht in Betracht.

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