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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 77. Ermittlung des Vermögenswerts




(1) Zur Ermittlung des Vermögenswerts ist zunächst das gesamte
Vermögen der Gesellschaft zu berechnen. Dabei ist vom
Einheitswert des Betriebsvermögens auszugehen. Dies gilt auch
dann, wenn der Einheitswert auf einen vom 31. Dezember
abweichenden Abschlußzeitpunkt ermittelt worden ist. Sind
zwischen Abschlußzeitpunkt und 31. Dezember wesentliche Änderungen
des Vermögens der Kapitalgesellschaft eingetreten, so ist der nach
den Verhältnissen vom Abschlußzeitpunkt ermittelte Einheitswert
des Betriebsvermögens zu erhöhen oder zu ermäßigen. Eine zwischen
Abschluß- und Feststellungszeitpunkt eingetretene Änderung des
Betriebsvermögens kann mit dem zeitanteiligen
Steuerbilanzgewinn/-verlust angesetzt werden (BFH-Urteil vom
12.12.1980, BStBl 1981 II S. 557). Dem Einheitswert des
Betriebsvermögens sind die Wirtschaftsgüter hinzuzurechnen, die
bei der Einheitsbewertung außer Betracht geblieben sind, weil sie
nach den §§ 101 Nr. 1 bis 3 und 102 BewG nicht zum
Betriebsvermögen gehören. Der Geschäfts- oder Firmenwert sowie
die Werte von firmenwertähnlichen Wirtschaftsgütern, - z.B. der
Wert einer entgeltlich erworbenen Güterfernverkehrsgenehmigung,
die im Einheitswert des Betriebsvermögens enthalten ist; vgl.
BFH-Urteil vom 8.5.1985, BStBl II S. 608 -, sind nicht in die
Ermittlung des Vermögenswerts einzubeziehen. Wirtschaftsgüter,
die nur mit einem prozentualen Teil ihres Werts oder unter
Berücksichtigung eines prozentualen Abschlags im Einheitswert
enthalten sind, werden mit ihrem vollen Wert angesetzt.
Andererseits sind die Schulden abzuziehen, die mit diesen
Wirtschaftsgütern in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und
deshalb ebenfalls bei der Ermittlung des Einheitswerts nicht
berücksichtigt worden sind. Rücklagen nach § 7 Abs. 2 des
Entwicklungsländer-Steuergesetzes sind dem Einheitswert
hinzuzurechnen (vgl. Abschnitt 28 Abs. 4). Rückstellungen, die
den Einheitswert nicht gemindert haben, aber nach
ertragsteuerlichen Grundsätzen anzuerkennen sind, können bei der
Ermittlung des Vermögenswerts abgezogen werden (BFH-Urteil vom
27.2.1981, BStBl II S. 562). Grundsätzlich sind die
Steuerbilanzwerte ohne weitere Prüfung zu übernehmen; Ausnahmen
bestehen dann, wenn Rückstellungen durch wertaufhellende Tatsachen
beeinflußt sind, die zwar am Bewertungsstichtag vorgelegen haben,
jedoch erst nach dem auf den Feststellungszeitpunkt folgenden
Bewertungsstichtag bekannt geworden sind (BFH-Urteil vom 13.8.1986, BStBl 1987 II S. 48). Anwartschaften auf Leistungen einer Unterstützungskasse können bei der Ermittlung des Vermögenswerts für die Schätzung des gemeinen Werts der Anteile an dem Trägerunternehmen nicht wertmindernd berücksichtigt werden
(BFH-Beschluß vom 24.2.1988, BStBl II S. 478).

(2) Der nach Ansatz 1 ermittelte Wert entspricht häufig nicht
dem tatsächlichen Wert des Gesellschaftsvermögens, auf das es für
die Bewertung der Anteile ankommt. Dies gilt vor allem dann, wenn
die Wertansätze einzelner Wirtschaftsgüter in der
Vermögensaufstellung in erheblichem Umfang von den tatsächlichen
Werten abweichen. Eine solche Abweichung kann auch bei
Beteiligten an einer Personengesellschaft vorliegen, zu deren
Betriebsvermögen Grundbesitz gehört (vgl. Absatz 3). In den
Fällen der Sätze 1 bis 3 sind die Wertansätze zu korrigieren, wenn
zu erwarten ist, daß sich die Korrekturen auf den Anteilswert
nicht nur unwesentlich auswirken. Dies ist insbesondere der Fall,
wenn die Korrekturen, einschließlich der Korrekturen nach
Absatz 3, insgesamt mehr als 10 v.H. des sich nach Absatz 1
ergebenden Vermögens ausmachen.

(3) Grundbesitz ist mit dem gemeinen Wert (Verkehrswert)
anzusetzen (BFH-Urteil vom 12.12.1975, BStBl 1976 II S. 238).
Wird bei der Ermittlung des gemeinen Werts der
Betriebsgrundstücke vom Einheitswert ausgegangen, ist regelmäßig
ein Zuschlag zu machen (BFH-Urteil vom 22.5.1970, BStBl II
S. 610). Sofern nicht andere Anhaltspunkte für den Verkehrswert
vorliegen, sind Betriebsgrundstücke mit 280 v.H. des am jeweiligen
Stichtag maßgeblichen Einheitswerts - ohne Zuschlag nach § 121a
BewG -, mindestens aber mit dem in der Steuerbilanz ausgewiesenen
Wert anzusetzen, jedoch ohne Kürzung um den nach § 6b EStG oder
nach Abschnitt 35 EStR übertragenen Gewinn sowie ohne
Berücksichtigung der durch Sonderabschreibungen, erhöhte
Absetzungen, ausgenommen nach § 7b EStG und § 15 Abs. 1 BerlinFG,
und die AfA nach § 7 Abs.. 5 Nr. 1 EStG gegenüber den normalen
Absetzungen für Abnutzung eingetretenen Wertminderung.

(4) Künftige ertragsteuerliche Belastungen der stillen Reserven
sind nicht zu berücksichtigen (BFH-Urteil vom 2.10.1981, BStBl
1982 II S. 8).

(5) Das Vermögen oder einzelne Teile des Vermögens der
Gesellschaft haben mitunter für den Anteilseigner nicht denselben
Wert wie für das Unternehmen selbst. Da eine zahlenmäßige Wertung
dieser Umstände außergewöhnliche Schwierigkeiten verursachen
würde, ist zur Abgeltung aller möglichen Wertminderungen das nach
den Absätzen 1 bis 4 ermittelte Vermögen noch um 15 v.H. zu
kürzen.

(6) Das um den Abschlag gekürzte Vermögen ist mit dem
Nennkapital (Grund- oder Stammkapital) der Gesellschaft zu
vergleichen. Ein bei der Gründung der Gesellschaft gezahltes
Aufgeld bleibt dabei außer Betracht (RFH-Urteil vom 25.2.1943,
RStBl S. 404). Der sich ergebende Hundertsatz, der als
Vermögenswert bezeichnet wird, ist für die weiteren Berechnungen
maßgebend. Wegen der Ermittlung des Vermögensanteils bei Kuxen
vgl. Abschnitt 88.
Beispiel:
Eine GmbH hat ein Stammkapital von 400.000 DM. Der Einheitswert ihres Betriebsvermögens auf den 1.1.1989 beträgt 60.000 DM. Dem Einheitswert ist nach Absatz 2 noch ein Betrag von insgesamt 100.000 DM hinzuzurechnen. Das sich so ergebende Vermögen von 700.000 DM ist um 15 v.H. zu kürzen. Der verbleibende Betrag von 595.000 DM macht 148,75 v.H. des Stammkapitals aus. Der Vermögenswert ist mit 148,75 v.H. anzusetzen.

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