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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 56. Unverzinsliche, niedrig verzinsliche und hoch verzinsliche Forderungen und Schulden




(1) Unverzinsliche Forderungen und Schulden im Sinne des § 12
Abs. 3 BewG sind mit dem Betrag anzusetzen, der nach Abzug von
Zwischenzinsen unter Berücksichtigung von Zinseszinsen verbleibt.
Dabei ist von einem Zinssatz von 5,5 vom Hundert auszugehen. Zur
Erleichterung der Berechnung des Gegenwartswerts unverzinslicher
Kapitalforderungen und Schulden dienen die Hilfstafel 1 zum
Bewertungsgesetz und die als Anlage beigefügte Hilfstafel 1 a zur
Ermittlung des Gegenwartswerts einer in gleichen Jahresbeträgen zu
tilgenden unverzinslichen Kapitalforderung.

(2) Der Gegenwartswert einer unverzinslichen Kapitalforderung,
die bis zum Tode einer bestimmten Person befristet ist, wird nach
der mittleren Lebenserwartung errechnet (BFH-Urteil vom 8.6.1956,
BStBl III S. 208). Die jeweilige mittlere Lebenserwartung ergibt
sich aus der "Allgemeinen Sterbetafel für die Bundes Republik
Deutschland 1970/1972".

(3) Wegen der Bewertung von Forderungen und Schulden aus
Darlehen nach § 7c EStG vgl. Absatz 5 und Abschnitt 45, und wegen
der Bewertung von Forderungen und Schulden aus Darlehen nach §§ 16
und 17 BerlinFG vgl. Absätze 4 und 6 sowie Abschnitt 45.

(4) Eine niedrig verzinsliche Forderung oder Schuld, die nach
Abschnitt 55 Abs. 2 unter dem Nennwert anzusetzen ist, kann dann
angenommen werden, wenn die Verzinsung unter 3 v.H. liegt und die
Kündbarkeit am Bewertungsstichtag für längere Zeit ausgeschlossen
ist. In diesen Fällen ist der Nennwert der Forderung um den
Kapitalwert des jährlichen Zinsverlustes zu kürzen (BFH-Urteil vom
17.10.1980, BStBl 1981 II S. 247). Der jeweilige Zinsverlust
entspricht dem Differenzbetrag zwischen dem Zinssatz von 3 v.H.
und dem tatsächlichen darunter liegenden Zinssatz. Der
Kapitalwert wird nach der Hilfstafel 2 zum Bewertungsgesetz
ermittelt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Zinsen in der Regel
nachschüssig gezahlt werden.
Beispiel:
Eine Hypothekenforderung in Höhe von 10.000 DM ist mit 1 v.H. verzinst und soll frühestens zum 1.1.2004 kündbar sein. Ihr Gegenwartswert zum 1.1.1989 ist wie folgt zu berechnen:
Nennwert der Forderung = 10.000 DM
Kapitalwert des Zinsverlustes:
Der Zinsverlust beträgt
(3 v.H. - 1 v.H.=) 2 v.H. von 10.000 DM= 200 DM.
Der Kapitalwert bei einer Laufzeit von 15 Jahren
(Vervielfältiger= 11,038 - 1 = 10,038)
beträgt 200 DM X 10,038 = 2.008 DM
Gegenwartswert der Forderung = 7.992 DM

(5) Stehen einer unverzinslichen oder niedrig verzinslichen
Kapitalforderung, wie z.B. den Guthaben aus Bausparverträgen,
wirtschaftliche Vorteile oder einer unverzinslichen oder niedrig
verzinslichen Kapitalschuld andere wirtschaftliche Nachteile
gegenüber, so kommt eine Bewertung unter dem Nennwert nicht in
Betracht. Schulden aus niedrig verzinslichen öffentlichen
Wohnungsbaudarlehen sind regelmäßig mit dem Nennwert anzusetzen
(BFH-Urteil vom 9.7.1982, BStBl II S. 639).

(6) Eine hoch verzinsliche Forderung oder Schuld, die nach
Abschnitt 55 Abs. 3 über dem Nennwert anzusetzen ist, kann im
allgemeinen angenommen werden, wenn die Verzinsung über 8 v.H.
liegt und die Rückzahlung noch für längere Zeit ausgeschlossen ist
(BFH-Urteil vom 10.2.1982, BStBl II S. 351). Der Gegenwartswert
einer solchen Forderung wird in der Weise berechnet, daß dem
Nennwert der Forderung der Kapitalwert der über einen Zinssatz von
8 v.H. hinausgehenden Jahreszinsen hinzugerechnet wird. Im übrigen gilt Absatz 5 Satz 1 entsprechend.

(7) Die Einlage eines typischen stillen Gesellschafters ist wie
eine Kapitalforderung zu bewerten (BFH-Urteil vom 7.5.1971, BStBl II S. 642). Sie ist grundsätzlich mit dem Nennwert anzusetzen. Ist die Kündbarkeit der Einlage am Bewertungsstichtag für längere Zeit ausgeschlossen und liegt der Durchschnittsertrag über 8 v.H., ist der Nennwert der Vermögenseinlage um den fünffachen Unterschiedsbetrag zwischen dem Durchschnittsertrag und der Verzinsung von 8 v.H. zu erhöhen. Bei einem Durchschnittsertrag unter 3 v.H. der Vermögenseinlage ist, soweit die Kündbarkeit der Einlage am Bewertungsstichtag für längere Zeit ausgeschlossen ist, der Nennwert um den fünffachen Unterschiedsbetrag zwischen 3 v.H. und dem Durchschnittsertrag zu mindern. Der Durchschnittsertrag ist möglichst aus den Gewinnanteilen der drei letzten Jahre vor dem Bewertungsstichtag herzuleiten. Ein Abschlag wegen Unwägbarkeiten kommt dabei nicht in Betracht. Die Kündbarkeit ist für längere Zeit ausgeschlossen, wenn das Gesellschaftsverhältnis am maßgebenden Veranlagungsstichtag noch mehr als fünf Jahre währen wird.
Beispiel:
Nennwert der Einlage 40.000 DM
Durchschnittsertrag 7.000 DM
"Verzinsung" der Einlage 7.000 DM
--------- = 17,5 v.H.
40.000 DM
Wert der stillen Beteiligung =
100 v.H.+5x(17,5-8)v.H. = 147,5 v.H.
Bezogen auf den Nennwert der Einlage
(147,5 v.H. von 40.000 DM) 59.000 DM
Ist der typische stille Gesellschafter sowohl am Gewinn als auch
am Verlust des Handelsgewerbes beteiligt und ist seine
Vermögenseinlage durch in der Vergangenheit angefallene Verluste
gemindert, so ist der Wert der Einlage mit dem um die Verluste
geminderten Nennwert anzusetzen; bei der Ermittlung des
Durchschnittsertrags ist jedoch der Nennwert der Einlage als
Bezugsgröße zugrunde zu legen. Der Wert eines partiarischen

(gewinnabhängigen) Darlehens ist in gleicher Weise zu ermitteln.

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