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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » III. Sonstiges Vermögen, Gesamtvermögen und Inlandsvermögen » 55. Kapitalforderungen und Schulden » Allgemeines




(1) Kapitalforderungen und Schulden sind nach § 12 Abs. 1 BewG
grundsätzlich mit dem Nennwert anzusetzen, wenn nicht besondere
Umstände einen höheren oder geringeren Wert begründen.

(2) Besondere Umstände, die eine Bewertung unter dem Nennwert
rechtfertigen, sind in der Regel gegeben:
1. wenn es sich um eine verzinsliche Kapitalforderung handelt. Vgl. dazu Abschnitt 56 Abs. 1. Dies gilt auch für die Bewertung von Schulden;
2. wenn die Kapitalforderung niedrig verzinst ist und durch Kündigungsbeschränkungen die Realisierbarkeit der Kapitalforderung für längere Zeit, d.h. für mindestens vier Jahre, eingeschränkt oder ausgeschlossen ist (vgl. BFH-Urteile vom 3.3.1972, BStBl II S. 516, und vom 22.2.1974, BStBl II S. 330). Dies gilt auch für die Bewertung von Schulden. Im einzelnen vgl. Abschnitt 56 Abs. 4;
3. wenn nach den Verhältnissen vom Stichtag mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß mit Verlusten zu rechnen ist (RFH-Urteil vom 2.10.1930, RStBl 1931 S. 182). Schwierigkeiten in der Beurteilung der Rechtslage sind dagegen kein besonderer Umstand, der einen Abschlag rechtfertigt (BFH-Urteil vom 1.9.1961, BStBl III S. 493).
Die Einkommensteuerbelastung, die sich bei Rückzahlung eines
verzinslichen Darlehens nach § 7c EStG ergibt, kann bei der
Bewertung der Forderung nicht berücksichtigt werden (BFH-Urteile
vom 26.8.1955, BStBl III S. 278, vom 17.4.1959, BStBl III S. 287,
vom 30.4.1965, BStBl III S. 402, und vom 12.7.1968, BStBl II
S. 794). Die Tatsache, daß bei der Auszahlung von
Tantiemeforderungen Lohnsteuer und Kirchensteuer und bei der
Auszahlung von Dividendenforderungen Kapitalertragsteuer
einzubehalten ist, ist kein besonderer Umstand, der eine Bewertung
der Forderung unter dem Nennwert rechtfertigt (BFH-Urteile vom
15.12.1967, BStBl 1968 II S. 338 und 340, sowie vom 16.3.1984,
BStBl II S. 539).

(3) Ein besonderer Umstand, der eine Bewertung über dem
Nennwert rechtfertigt, ist im allgemeinen gegeben, wenn die
Kapitalforderung hoch verzinst ist und von seiten des Schuldners
für längere Zeit unkündbar ist; vgl. Abschnitt 56 Abs. 6. Die
Bewertung über dem Nennwert gilt in diesen Fällen auch für den
Schuldner. Wegen der Bewertung der typischen stillen Beteiligung
vgl. Abschnitt 56 Abs. 7; wegen des Abzugs beim Schuldner vgl.
Abschnitt 30.

(4) Ein bei der Auszahlung der Kapitalforderung einbehaltenes
Abgeld (Damnum oder Disagio) ist nicht als ein Umstand anzusehen,
der für sich allein eine Bewertung unter dem Nennwert rechtfertigt
(BFH-Urteil vom 14.2.1964, BStBl III S. 264). Dagegen ist ein
Aufgeld (Agio) zusätzlich zum Nennbetrag der Kapitalforderung
anzusetzen. Eine Abschlußprovision, die von den Darlehensgeber
bei der Hingabe eines Darlehens neben einem Darlehensabgeld
einbehalten wird, ist wie das Darlehensabgeld zu behandeln.

(5) Uneinbringliche Kapitalforderungen bleiben nach § 12 Abs. 2
BewG außer Ansatz. Ist zweifelhaft, ob eine Forderung
durchsetzbar ist, so kann sie dem Grad der Zweifelhaftigkeit
entsprechend mit einem niedrigeren Schätzwert anzusetzen sein.
Das kann insbesondere auch bei vierjährigen Forderungen zutreffen
(BFH-Urteil vom 2.3.1971, BStBl II S. 533).

(6) Wegen der Umrechnung von Forderungen und Schulden, die auf
eine fremde Währung oder Mark der DDR lauten, vgl. Abschnitt 46.

(7) Ansprüche auf Übertragung eines Gegenstandes

(Sachleistungsansprüche) sind mit dem für den Gegenstand
maßgebenden steuerlichen Wert zu bewerten (BFH-Urteil vom
3.3.1978, BStBl II S. 398). Der Anspruch auf Übertragung eines
Grundstücks ist deshalb mit 140 v.H. des Einheitswerts anzusetzen.
Die Grundsätze über die Behandlung schwebender Geschäfte gelten
entsprechend (vgl. Abschnitte 34 und 48).

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