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Vermögensteuerrichtlinien (VStR) » Einführung » A. Vermögensbewertung » II. Einheitsbewertung des Betriebsvermögens » 18. Aufteilung des Einheitswerts des Betriebsvermögens einer Personengesellschaft




(1) Das einer Personengesellschaft gehörende Betriebsvermögen
ist Gesamthandsvermögen. Wirtschaftsgüter, die mehreren zur
gesamten Hand zustehen, werden den Beteiligten anteilig
zugerechnet (§ 39 Abs. 2 Nr. 2 AO und § 3 BewG). Die Höhe der
Bruchteile ist nach den Anteilen zu bestimmen, zu denen die
Beteiligten an dem Vermögen zur gesamten Hand berechtigt sind

(Vermögensanteil) oder nach dem Verhältnis dessen, was ihnen bei
Auflösung der Gemeinschaft zufallen würde (Liquidationsanteil).
Die Zurechnung nach dem Liquidationsanteil ist Hilfsmaßstab und
kommt nur dann in Betracht, wenn am maßgebenden
Feststellungszeitpunkt feststeht, daß die Gesellschaft aufgelöst
und abgewickelt wird (BFH-Urteil vom 2.7.1971, BStBl II S. 678).

(2) Wirtschaftsgüter, die einem Mitunternehmer gehören und der
Gesellschaft überlassen sind, Forderungen und Verbindlichkeiten
gegenüber der Gesellschaft sowie der Wert des Pensionsanspruchs
werden bei der Aufteilung dem jeweiligen Mitunternehmer mit ihrem
steuerlichen Wert vorweg zugerechnet. Außerdem ist der Ausgleich
von Vermögensänderungen nach dem Abschlußzeitpunkt nach § 107 BewG
(vgl. Abschnitt 41 Abs. 4 Beispiel C) im Rahmen der Aufteilung
beim jeweiligen Mitunternehmer vorweg abzurechnen bzw.
zuzurechnen.

(3) Wird von den Gesellschaftern übereinstimmend ein
wirtschaftlich vertretbarer Aufteilungsmaßstabe vorgeschlagen, ist
dieser für die Aufteilung des Einheitswerts des gewerblichen
Betriebs einer Personengesellschaft auf die einzelnen
Mitunternehmer zugrunde zu legen. Andernfalls ist der
Einheitswert des gewerblichen Betriebs nach den folgenden
Grundsätzen aufzuteilen, soweit der Gesellschaftsvertrag dem nicht
entgegensteht.

(4) Der ggf. nach Absatz 2 korrigierte Einheitswert des
Betriebsvermögens ist nach dem Verhältnis der
Unternehmenswertanteile der Beteiligten aufzuteilen (BFH-Urteil
vom 24.6.1981, BStBl 1982 II S. 2). Dabei ist von den
Kapitalkonten der Gesellschafter in der Handelsbilanz
einschließlich etwaiger Sonderkonten auszugehen. Diese sind in
der Weise zu berichtigen, daß zunächst ins Gewicht fallendes
Mehrvermögen, das sich im Fall einer Aufdeckung der im Anlage- und
Umlaufvermögen vorhandenen stillen Reserven ergibt, den
Kapitalkonten der einzelnen Gesellschafter nach dem
Gewinnverteilungsschlüssel zugerechnet wird. Als Mehrwert kann
regelmäßig der Unterschiedsbetrag zwischen dem Handelsbilanzwert
und dem steuerlichen Teilwert angesehen werden. Soweit der Ansatz
der zum Gesamthandsvermögen gehörenden Betriebsgrundstücke mit dem
Verkehrswert beantragt wird, bestehen keine Bedenken, diesen mit
280 v.H. des Einheitswerts, mindestens aber mit dem in der
Steuerbilanz ausgewiesenen Wert anzusetzen (vgl. Abschnitt 77
Abs. 3). Soweit eine Abweichung zwischen der Summe der
Kapitalkonten und dem Einheitswert des Betriebsvermögens auf
Rückstellungen beruht, die, wie z.B. diejenigen für
Pensionsanwartschaften, nicht in der Handelsbilanz, wohl aber bei
der Einheitsbewertung des Betriebsvermögens angesetzt werden, kann
diese unberücksichtigt bleiben. Nach der Rechtsprechung des
Bundesfinanzhofs kann bei der Ermittlung der
Unternehmenswertanteile auch die Beteiligung der einzelnen
Gesamthänder am Firmenwert zu berücksichtigen sein. Für die
Ermittlung des Firmenwerts bieten sich die im Ertagsteuerrecht
entwickelten Verfahren als Hilfsmittel an (vgl. BFH-Urteile vom
25.1.1979, BStBl II S. 302, und vom 24.4.1980, BStBl II S. 690).
Auf die Aufgaben zum Firmenwert kann verzichtet und von seiner
Einbeziehung in den Aufteilungsmaßstabe abgesehen werden, wenn die
Berücksichtigung nicht beantragt wird. Die hiernach ermittelten
Unternehmenswertanteile sind der Aufteilung des Einheitswert des
Betriebsvermögens zugrunde zu legen. Das gilt auch, wenn der
aufzuteilende Einheitswert des Betriebsvermögens negativ ist.
Beispiele: Kapitalkosten der Handelsbilanz der OHG + 80.000 DM
Unternehmenswert + 200.000 DM
Aufzuteilender Unterschiedsbetrag + 120.000 DM
Einheitswert + 30.000 DM
Gewinn- und Verlustverteilung A,
B und C je 1/3.
Aus Vereinfachungsgründen werden nachstehend die Zahlen
jeweils in Zehnern und Hundertern angegeben.
Ú--------------Â------------------Â--------------Â-------------Â---------------¿
³Gesellschafter³Kapitalkonten der ³Anteile am ³Unternehmens-³ Anteile am ³
³ ³ Handelsbilanz ³Unterschieds- ³wertanteile ³ Einheits- ³
³ ³ ³betrag ³ ³ wert ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
³Beispiel A: ³ ³ ³ ³ ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ A ³ + 40 ³ + 40 ³ + 80 ³+30x+ 80= +12,0³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ B ³ + 30 ³ + 40 ³ + 70 ³+30x+ 70= +10,5³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ C ³ + 10 ³ + 40 ³ + 50 ³+30x+ 50= + 7,5³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
³insgesamt ³ + 80 ³ + 120 ³ + 200 ³ + 30,0 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
À--------------Á------------------Á--------------Á-------------Á---------------Ù
Ú--------------Â------------------Â--------------Â-------------Â---------------¿
³Beispiel B: ³ ³ ³ ³ ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ A ³ + 60 ³ + 40 ³ + 100 ³+30x+100= + 15 ³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ B ³ + 40 ³ + 40 ³ + 80 ³+30x+ 80= + 12 ³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ C ³ - 20 ³ + 40 ³ + 20 ³+30x+ 20= + 3 ³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
³ ³ ³ ³ ³ ³
³insgesamt ³ + 80 ³ + 120 ³ + 200 ³ + 30 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
³ ³ ³ ³ ³ ³
³Beispiel C: ³ ³ ³ ³ ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ A ³ + 40 ³ + 40 ³ + 80 ³-30x+ 80= -12,0³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ B ³ + 30 ³ + 40 ³ + 70 ³-30x+ 70= -10,5³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ C ³ + 10 ³ + 40 ³ + 50 ³-30x+ 50= - 7,5³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
³insgesamt ³ + 80 ³ + 120 ³ + 200 ³ - 30,0 ³
Ã--------------Å------------------Å--------------Å-------------Å---------------´
À--------------Á------------------Á--------------Á-------------Á---------------Ù
Sachverhalt wie in den vorhergehenden Beispielen; im Einheitswert
ist jedoch ein von dem Gesellschafter C gepachtetes Grundstück mit
10.000 DM enthalten, das in der Handelsbilanz der OHG nicht
angesetzt ist. Der Wert des Grundstücks ist vom Einheitswert
abzuziehen und dem Gesellschafter C vor der Aufteilung voll
zuzurechnen.
Ú--------------Â------------------Â-------------Â--------------Â---------------¿
³Gesellschafter³Kapitalkonten der ³Anteile am ³ Unternehmens-³Anteile am ³
³ ³ Handelsbilanz ³Unterschieds-³ wertanteile ³Einheits- ³
³ ³ ³betrag ³ ³wert ³
Ã--------------Å------------------Å-------------Å--------------Å---------------´
³Beispiel D: ³ ³ ³ ³ ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ A ³ + 40 ³ + 40 ³ + 80 ³+20x+ 80= + 8,0³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ B ³ + 30 ³ + 40 ³ + 70 ³+20x+ 70= + 7,0³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ C ³ + 10 ³ + 40 ³ + 50 ³10+(+20x+ 50=) ³
³ ³ ³ ³ ³ 200 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
³ ³ ³ ³ ³ 5 = +15,0³
Ã--------------Å------------------Å-------------Å--------------Å---------------³
³insgesamt ³ + 80 ³ + 120 ³ + 200 ³ + 30,0 ³
³ ³ ³ ³ ³ ³
Ã--------------Å------------------Å-------------Å--------------Å---------------´
À--------------Á------------------Á-------------Á--------------Á---------------Ù

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